Startseite Krankenversicherung Gesundheitsreform 2006-private Krankenversicherung - letzte Aktualisierung: 10.12.2018

Welche änderungen kamen durch die Gesundheitsreform 2006 in der PKV?

Es wird ein Basistarif eingeführt: Ab dem 1.7.2007 muss jeder private Krankenversicherer einen Standardtarif anbieten, dessen Leistungen, der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen. In diesen Standardtarif kann jeder freiwillig gesetzlich Versicherte innerhalb von 6 Monaten wechseln. Ab dem 1.1.2009 wandelt sich dieser Standardtarif dann in den sogenannten Basistarif. Die Beiträge zu diesem Basistarif werden ausschließlich nach Alter und Geschlecht ermittelt: Risikozuschläge für bestehende Erkrankungen wird Ihnen der private Krankenversicherer nicht berechnen. Der Monatsbeitrag zum Basistarif darf nicht höher sein als der Höchstbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung, der z.Z. bei rund 500 Euro liegt. Wenn Ihr Ehepartner auch in einem Basistarif versichert ist, dann darf die Prämie für Sie beide zusammen 150 Prozent des Höchstbeitrags zur gesetzlichen Krankenversicherung nicht übersteigen.

Wechsel des privaten Krankenversicherers:

Wenn Sie bereits privat krankenversichert sind und zu einem anderen PKV-Anbieter wechseln wollen, dann haben Sie es ab dem 1.1.2008 deutlich leichter: Die Altersrückstellungen, die Ihr bisheriger Versicherer für Sie gebildet hat, können Sie künftig teilweise zum neuen Versicherer mitnehmen (im Umfang des Basistarifs). Dadurch bleiben Ihre Beiträge auch nach dem Wechsel später vergleichsweise stabil. Ganz geöffnet wird das System ab 2013. In den ersten fünf Jahren jedoch gilt die neue Mitnahmeregel für alle, die älter als 40 Jahre sind. Ihr neuer Privatversicherer muss die Beiträge nach dem Eintrittsalter berechnen, in dem Sie Ihre alte Versicherung abgeschlossen haben.

Von der Gesetzlichen Krankenkasse in die Private Krankenversicherung:

Das Jahreseinkommen von 47.770 Euro stellt die Versicherungspflichtgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung für Arbeitnehmer in 2007 dar. Dies entspricht 3.975 Euro im Monat. Wenn Sie mehr verdienen gelten Sie als freiwillig versichert und dürfen in eine private Krankenversicherung wechseln. Voraussetzung dabei ist, dass Ihr Gehalt zum Zeitpunkt des Wechsels seit mindestens drei Jahren ununterbrochen über der Einkommensgrenze liegt. Seit dem 1.7.2007 ist es möglich in einen Standardtarif, ähnlich dem schon erwähnten Basisvertrag, ohne Risikozuschläge zu wechseln. Wenn Sie vorher gesetzlich versichert waren und zum 1.7.2007 Kunde eines privaten Krankenversicherers werden wollen, müssen Sie also seit 2004 über der Versicherungspflichtgrenze verdient haben. Soweit freiwillig gesetzlicher Versicherter sind, wie als Selbstständiger oder Beamter, dann können Sie, wie bisher, ohne Fristen und Einkommensgrenzen in die private Krankenversicherung wechseln.

Der Sonderfall: Sie sind nicht krankenversichert:h

Wenn Sie Ihren Versicherungsschutz aus irgendeinem Grund verloren haben sollten, dann können Sie ab dem 1.7.2007 immer in diejenige gesetzliche Krankenversicherung zurück, bei der Sie zuletzt versichert gewesen sind - ob gesetzlich oder privat. So will der Gesetzgeber vermieden, dass Menschen überhaupt keinen Krankenversicherungsschutz haben. Wenn Sie als Bundesbürger ohne Krankenversicherungsschutz aus dem Ausland zurückkehren, werden Sie je nach Status der gesetzlichen oder der privaten Krankenversicherung zugeordnet: D.h. wenn Sie zuletzt als Arbeitnehmer versichert gewesen sind, können Sie in die gesetzliche Krankenkasse zurück wechseln. Waren Sie dagegen Selbstständiger, Beamter oder Soldat, versichern Sie sich einfach privat.

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